Zero Waste Küche: Weniger Abfall, mehr Nachhaltigkeit

Möchtest du bewusster leben und im Kleinen anfangen, die Welt ein bisschen besser zu machen? Dann sind die folgenden Tipps für dich! Denn in unserem großen Zero Waste Küche Guide zeigen wir dir einfache und spannende Tricks, wie du deinen Müll drastisch verringern kannst und durch kleine Änderungen eine große Auswirkung erzielen kannst. 

Statistiken zufolge, wirft jeder Europäer im Jahr durchschnittlich 170 kg Lebensmittel weg. Der Durchschnitt wurde entlang der gesamten Lebensmittelkette errechnet. Also vom Bauern bis zum Verbraucher. 

Starte heute in ein nachhaltigeres Leben und gehe mit gutem Vorbild voran. Es ist nicht schwer und du wirst sehen, was man aus seinen Lebensmitteln noch alles machen kann! 

Am Anfang beginnen: einkaufen und organisieren 

Wenn du deine Küche nachhaltiger gestalten möchtest, fängt das bei der Organisation an. Und das sogar noch vor dem Einkauf. Von der richtigen Lagerung der Lebensmittel über wichtige Küchenhelfer bis zum geplanten Einkauf und der Vermeidung von Fallen: Jetzt starten wir mit unseren Tipps für einen guten Start zu deiner Zero Waste Küche! 

Aufräumen, sortieren und organisieren 

Loslegen ist oft das Schwerste. Deswegen starten wir ganz klein. Und zwar mit dem Überblick. Und danach kommen zwei Einkäufe: Neue und nützliche Utensilien für deine Küche und der erste Einkauf mit weniger Verpackungsmüll. 

Bevor du deinen Einkauf machst, solltest du dir einen genauen Überblick in deiner Küche verschaffen. Was ist noch da? Was brauchst du wirklich? Und was kannst du besser aufbewahren, um immer einen Überblick zu behalten? Keine Sorge, wir erklären dir im nächsten Abschnitt, wie das ganz einfach geht. 

Praktische Utensilien für deine Zero Waste Küche 

Eins möchten wir vorwegschicken: Es ist nicht im Sinne eines nachhaltigeren Lebens, wenn du jetzt alles wegschmeißt, das aus Plastik ist oder nur einmal benutzt werden kann. Viel mehr solltest du aus Vorhandenem das Beste herausholen und nach und nach Wiederverwendbares dazu holen. 

Ein gutes Beispiel sind Gefrierbeutel, die durch Aufbewahrungsboxen und -behälter ersetzt werden. Einweg-Backpapier weicht Backmatten, die einfach abgewaschen und wiederverwendet werden können. Lebensmittel bleiben oft länger frisch, wenn du sie nach dem Anbrechen in Glas- oder andere beständige Behälter umfüllst. Nutzt du große Nachfüllpackungen, kann so auch Verpackungsmüll reduziert werden. Im Kühlschrank kannst du mit sortierten Boxen für mehr Ordnung sorgen. Und alles, was aus Plastik ist, kann nach und nach durch Küchenhelfer aus Holz oder Edelstahl ersetzt werden. 

Der erste Einkauf: Verpackungsmüll beim Einkauf sparen

Nachhaltiger Einkaufe für eine Zero Waste Küche

Schritt Nummer eins für einen guten Einkauf ist, die eigenen Einkaufstüten oder –boxen dabei zu haben. So vermeidest du Plastiktüten. Aber auch zum Beispiel Obst- und Gemüsenetze kannst du mitnehmen, um Verpackung zu vermeiden. Generell gilt aber erstmal: Schreibe dir einen Einkaufszettel und plane, was du in der nächsten Woche essen möchtest. So vermeidest du, zu viel zu kaufen und musst weniger Lebensmittel wegschmeißen. 

Komplett ohne Verpackungsmüll kommst du vermutlich nur aus, wenn du in einem sogenannten Unverpackt-Laden einkaufen gehst. Hier kannst du für Nudeln, Kartoffeln, Mehl und viele weitere Lebensmittel einfach deine eigenen Behälter mitbringen, Lebensmittel abfüllen und so ohne jeden Müll nach Hause gehen. 

Hast du so einen Laden nicht in deiner Nähe gibt es aber auch für den klassischen Supermarkt viele Tipps, um bewusster einzukaufen: 

  • Äpfel bzw. generell Obst und Gemüse lieber einzeln nehmen, statt in Plastik verpackt 
  • Pudding oder Jogurt im Glas statt im Plastikbecher kaufen (die Gläser eignen sich anschließend super zu Deko- oder Aufbewahrungszwecken 
  • Sonder-Angebote kritisch hinterfragen: Brauchst du das wirklich? 
  • Auf Mindesthaltbarkeitsdaten achten 
  • Glas- oder Pfandflaschen statt Einwegverpackungen für Getränke wählen 
  • Gewürze und andere lang haltbare Lebensmittel und Alltags-Utensilien in großen Mengen / Gebinden kaufen. 

Auf in die Küche – jetzt wird sortiert

Nachdem du deine Einkäufe erledigt hast, bringst du im nächsten Schritt deine Küche auf Vordermann. Verstaue deine haltbaren Lebensmittel in Glasbehältern, sortiere Gewürze und Co. ein und achte darauf, alles so zu lagern, dass es möglichst lange hält. Auch dafür haben wir natürlich einige Tipps auf Lager. Bist du bereit? 

  • Lagere Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch einzeln und an einem dunklen und kühlen Ort 
  • Lagere Äpfel separat, wenn du sie nicht sofort verzehrst auch im Kühlschrank. Sie beschleunigen sonst den Reife-Prozess anderer Obst- und Gemüsesorten 
  • Fülle haltbare Lebensmittel in luftdicht verschließbare Gläser. So nehmen sie keinen anderen Geschmack oder Geruch an und ziehen keine Feuchtigkeit 
  • Wenn du Lebensmittel (wie zum Beispiel Haferflocken) auffüllst, achte darauf, die älteren erst beiseitezustellen, dann aufzufüllen und sie oben auf wieder hinzuzufügen. So bleibt kein Rest für lange Zeit am Boden der Gläser 

Schnall dir die Schürze um: Kochen in deiner Zero Waste Küche 

Organisieren und einsortieren ist schön und gut. Aber jetzt geht es ans Eingemachte! Denn den meisten Müll produzieren wir wahrscheinlich beim Kochen selbst. Viel Plastik- und Verpackungsmüll hast du bereits beim Einkauf eingespart. Aber was ist mit organischem Müll wie Kartoffelschalen, Gemüseresten und Co.?  

Lebensmittel vollständig verwerten leicht gemacht 

Bei vielen Dingen wissen wir oft gar nicht, wie gut sie noch weiterhin verarbeitet werden können. Aus Kartoffelschalen lassen sich Chips herstellen. Karottengrün ist eine hervorragende Grundlage für ein leckeres Pesto und Gemüsereste kannst du zu einer aromatischen Gemüsebrühe einkochen. 

Hier sind unsere liebsten Zero Waste-Rezepte: 

Und auch wenn manche Lebensmittel schon etwas überreif, schrumpelig oder einfach nicht mehr so schön sind: Eine Verwertung findet sich für sie dennoch! Beeren, Früchte und Gemüse können gedörrt werden oder du verarbeitest sie mit einem Entsafter zu einem leckeren Saft. Die Reste, die wiederum dabei übrigbleiben (Trester genannt), kannst du ebenfalls verwenden, indem du sie in Teigen oder zu leckeren Bratlingen oder Crackern verarbeitest. Hier kommen noch mehr Inspirationen für Rezepte aus nicht mehr ganz so schönen Lebensmitteln: 

Ein weiterer Alltagshelfer, den wir einfach nicht mehr missen möchten, ist der Nussmilchbereiter Marcia. Denn mit dieser kleinen Maschine, kannst du im Handumdrehen aus Nüssen, Kernen und vielen mehr deine pflanzliche Milchalternative herstellen. Auch damit werden Lebensmittel verwendet, die sonst gern mal im Müll landen und Verpackungen gespart. Du fragst dich, welche unsere liebsten Pflanzendrinks sind. Hier kommen sie schon: 

Und falls du über dieses Thema noch mehr wissen möchtest, legen wir dir sehr gerne unseren Ratgeber zu Pflanzenmilch ans Herz. Klarer Vorteil beim Selbermachen: Du weißt genau, was drin ist. 

Doch mal zu viel gekocht?

Gerade am Anfang passiert es dir bestimmt noch öfter, dass du von einer leckeren Mahlzeit einfach etwas zu viel gekocht hast. Meistens ist das überhaupt kein Problem. Du kannst sie in Mehrwegbehältern im Kühlschrank lagern und am nächsten Tag essen. Ist der Essensplan schon vorbereitet, kannst du die meisten Essensreste auch einfrieren und sie auftauen, wann immer du sie brauchst. 

Achte darauf, auch beim Einfrieren tiefkühlgeeignete Mehrwegbehälter zu verwenden. Außerdem solltest du Gerichte nicht ewig im Tiefkühlfach lassen. Plane die übrig gebliebene Mahlzeit doch einfach für den Essensplan in der nächsten Woche fest mit ein. 

Lebensretter Meal Prepping

Wenn es dir schwerfällt, deine Mahlzeiten richtig zu planen, du viel unterwegs bist oder keine Lust hast, jeden Tag zu kochen – haben wir da etwas für dich: Meal Prepping. Diese Form der Vorbereitung von Mahlzeiten ermöglicht es dir, einmal zu kochen und mehrere Tage davon gesund und abwechslungsreich zu essen. 

Gerne zeigen wir dir natürlich auch einige Rezepte, von denen wir uns sicher sind, dass sie dir als Meal Prep Gerichte richtig gut schmecken werden: 

 

Müll richtig trennen und Bio-Abfälle sinnvoll nutzen 

Wenn du am Anfang deiner Zero Waste Küche doch noch etwas Abfall produzierst, ist das vollkommen normal. Achte aber darauf, deinen Müll immer richtig zu trennen. Eine besondere Rolle spielen hier Bio-Abfälle wie Eierschalen, Kaffeesatz oder Gemüse-Abfälle, die du nicht weiter verwerten möchtest. Wer diese sinnvoll nutzen möchte, sollte über einen Komposter nachdenken.  

Diese praktischen Helfer gibt es mittlerweile nicht nur für den Garten, sondern auch für den Balkon oder drinnen. Mit ihnen kannst du Essensreste kompostieren und das Ergebnis als Dünger verwenden. Mit Wurm-Kompostern handelst du nachhaltig und umweltbewusst. Und auch für die Kleinsten in der Familie erreichst du einen großen Lern-Effekt, da sie von klein auf lernen, wie Lebensmittel zersetzt und sinnvoll verwendet werden können. 

Keine Angst haben und einfach loslegen

Damit sind wir am Ende unserer Zero Waste Guides gelandet. Das heißt natürlich nicht, dass du von jetzt auf gleich nie wieder Müll produzieren wirst – aber es heißt, dass du einen tollen Schritt in eine nachhaltigere und bewusstere Zukunft startest. Auch außerhalb deines Zuhauses kannst du mit Thermobechern, Jutebeuteln und Lunchboxen viele Verpackungsmüll einsparen und so nach und nach immer weiter reduzieren. Wir wünschen dir viel Spaß dabei, deine neuen Kenntnisse umzusetzen und sie weiterzugeben.

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Svenja ist unsere Tüftlerin in der Küche. Vom Snack über schnelle Rezepte bis zu mehrgängigen Menüs wird bei ihr alles so lange getestet, bis es perfekt ist.

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